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Reiki & Öffentlichkeit
Als Reiki etwa ab1980 in Europa Einzug hielt, war es ausgehend von der japanischen Usui Shikki Ryoho Gakkai eine Geheimlehre, die den Schülern auch strengste Geheimhaltung auferlegte. Diese Uneinsichtigkeit in diese Lehre führte wohl zu dem Umstand, dass Reiki von verschiedenen Seiten sehr argwöhnisch und kritisch betrachtet wurde – das ist sehr verständlich und dies geschah zurecht. Doch die Kritik fand auf Grund des „nicht-hinein-blicken-könnens“ daher auch nur sehr oberflächliche Ansatzpunkte, wie das schnelle Vorurteil der Scharlatanerie und Geschäftemacherei.
Aus meiner Sicht (Karin E. J. Kolland, Verfasserin dieses Artikels) ist dies auch ein sehr verständlicher Ansatzpunkt gewesen und natürlich neigt eine „Geheimlehre“ generell zu Missbrauch an, da nichts öffentlich gemacht wird und somit alles unkontrolliert abläuft. Um diese Problematik zu verstehen und die Missverständnisse auch aufzulösen, müssen wir zwei Ansatzpunkte und Fragen klären.
1. Ansatzpunkt: Warum kam es zu dieser strengen Geheimhaltungspflicht?
Und weshalb ist die Aufhebung der Geheimhaltungspflicht so wichtig?
2. Ansatzpunkt: Das Problem des institutionalisierten Glaubens und das Problem der institutionalisierten Wissenschaft.
Richtiger Weise müssen wir mit dem 2. Ansatzpunkt, nämlich der Betrachtung der Institutionalisierung von Spiritualität, Religion und Wissenschaft beginnen, denn daraus folgt eben in der Menschheitsgeschichte die Notwendigkeit der Geheimhaltung spiritueller Lehren in der Vergangenheit.
Jede Religion entwickelte sich ursprünglich aus dem Volksglauben. Der Volksglaube entsprang der Beobachtung von Natur und Kosmos (Elemente, Wind und Wetter, Gezeiten, Steine, Pflanzen, Tiere, Sterne und Planeten). Jede Wissenschaft entsprang ursprünglich aus der Notwendigkeit der Kommunikation, die unter Angleichung von Tönen und Lauten ausgedrückt als Silben, Worte, Sprache und Lieder (Musik) entstehen lies. Unter Anwendung von bildhaften Darstellungen mit Hilfe von Symbolen wurde begonnen diese Lautsprache (Hieroglyphen, Buchstaben, Zahlen, Noten etc.) aufzuzeichnen. Bald verfügte die Menschheit über eine große Sammlung traditionellen Volkswissens, Volksheilkunst und traditioneller religiöser Bräuche. Da Wissen und Religion zu umfangreich wurden um an jeden Menschen weitergereicht werden zu können, entstanden ganz automatisch Institutionen, die sich einzelner Wissensbereiche und Religionen annahmen um dieses Wissen zu hüten. Mit der Zeit wurden aber die Institutionen und Kirchen so mächtig, dass die Menschen zunehmend merkten, dass ihre eigene Wahrheit und Erkenntnis nicht mehr lebendig sein konnte, da die Institutionen mit Vorschriften, Geboten und Verboten Eigenverantwortung und Selbsterkenntnis unterdrückten, persönliche Weltbilder zu verbieten begannen und letztlich kam es zur Verfolgung, wenn der einzelne Mensch sich der Institution nicht beugen wollte. Besonders tragisch war dies zur Zeit des Mittelalters, als das intuitive Wissen der Frauen und Hebammen, die über große Fähigkeiten in der Volksheilkunst und Spiritualität verfügten nahezu durch die Inquisition ausgerottet wurde. (Literaturhinweis: Jeanne Achternberg, "Die Frau als Heilerin",Scherz Verlag) So bildeten sich geheime Zirkel und Geheimgesellschaften die ursprünglich den Zugriff der etablierten Institutionen und Kirchen auf lebendiges Volkswissen verhindern sollten. Doch wieder nur die Geheimgesellschaften unter männlicher Führung konnten sich etablieren; nur Männern wurde der Zutritt gestattet, Frauen waren fast immer und fast überall ausgeschlossen und in den Geheimgesellschaften wurde auch wieder das Wissen institutionalisiert und nicht an das Volk zum individuellen Gebrauch freigegeben, sondern oft zu Zwecken der Macht zurückgehalten. Denn Wissen weitergeben ist Liebe und Wissen zurückhalten ist Macht. So war es in Europa und so war es wohl überall auf der Welt. Sakrale und auch profane Institutionalisierung in männlicher Hand und Macht.
Das Besondere an Reiki ist,
dass es einer Frau – Frau Hawayo K. Takata – gelungen ist, nicht nur Zutritt zur Usui Shikki Ryoho Gakkai bekommen zu haben, sondern sie war mutig genug, dieses Wissen um die Kraft von Reiki sehr engagiert in die eigene Hand zu nehmen und kurz entschlossen in die Welt zu tragen! Frau Takata haben wir die erste Öffnung zu verdanken, durch die Reiki für so viele Frauen zugänglich gemacht wurde. Und ja, naturlich, es sind die Frauen, die die Wahrheit dieser ursprünglichen spirituellen Heilenergie Reiki in ihrem Herzen als erstes spürten und in Strömen zu den Reiki-Einweihungen kamen. Es wird nach einer Umfrage unter Reiki-Meister/innen laut Reiki-Magizin geschätzt, dass sich zwischen 1980 und 2006 nahezu 1 Million Menschen im deutschsprachigen Raum in Reiki einweihen ließen. In den ersten Jahren waren es vorwiegend Frauen die kamen, nun wächst aber auch der Zustrom von Männern aus den unterschiedlichsten Berufen (Ärzte, Manager, Techniker, Wissenschaftler, Beamte, Handwerker, Arbeiter, Politiker usw.)
Und es waren auch wieder Frauen, die begannen die strenge Geheimhaltung und vor allem die Institutionalisierung aufzubrechen, indem sie über Reiki Bücher zu schreiben begannen. Ich darf für mich selbst in Anspruch nehmen, dass ich eine der ersten Autoren, wenn nicht die erste Autorin in Europa war, die die Problematik der nicht mehr zeitgerechten Geheimhaltungspflicht erkannte und die Reiki-Symbole in Büchern veröffentlichte. Aber auch junge mutige Autoren folgten diesem Beispiel nach.
Ich glaube, dass dieser Weg richtig und notwendig ist. Um das Reiki-Wissen lebendig zu halten, muss eine Öffnung der Institution zur freien Einsicht und freien Verbreitung gegeben sein. Niemand sollte bevormundet werden in Sachen Heilung und Spiritualität - weder von den Vertretern einer Lehre noch von den Gegnern. Doch dazu ist Offenheit notwendig und vorallem auch ein behutsamer und respektvoller Umgang mit dem Wissen. Als erwachsener mündiger Bürger dürfen wir selbst entscheiden was wir als Hilfe für uns selbst in Anspruch nehmen wollen oder nicht wollen. Dies ist letztlich auch ein Garant für Qualität, denn wer vergleichen kann, der kann hohe Qualität von niedriger unterscheiden und somit ist die Öffnung auch ein Schutz für die Qualität von Reiki. Jetzt wäre es auch an der Zeit, dass oberflächliche Kritiker und erklärte Gegner von Reiki sich der reichhaltigen Literatur über Reiki annehmen, sich informieren und einmal nachdenken, bevor sie ihre unqualifizierten Vorurteile öffentlich deklarieren – oder wenn sie ohnehin kein Interesse an Reiki haben, dann sollten sie nicht jene zu bevormunden und negativ zu beeieinflussen versuchen, die dieses Interesse haben. Reiki ist keine (medizinische) Wissenschaft sondern eine spirituelle Praxis, die auf sakralen heilenden Handlungen beruht.
Reiki lebt
Reiki lebt aus der Eigenverantwortung jedes Einzelnen: Lehrer, wie auch Schüler tragen diese Eigenverantwortung gleichermaßen. Niemand braucht irgendwohin zu gehen, wo es ihm zu teuer ist, zu undurchsichtig, wo er sich missioniert, manipuliert oder sonst irgendwie beeinflusst fühlt. Reiki wird in einem sehr breiten Spektrum von verschiedensten Reiki-Meister/innen und Reiki-Lehrer/innen angeboten, so dass reichlich Auswahl besteht an guter und fundierter Reiki-Ausbildungsmöglichkeit. Die Informationen im Internet sind öffentlich allgegenwärtig, für alle einsichtig und die Literaturlisten der Verlage sind lang.
Reiki und die Charter der Menschenrechte
Reiki ist durch mehrere Artikel der europäischen Charter der Menschenrechte abgesichert.
Artikel 1
Würde des Menschen
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie ist zu achten und zu schützen.
Artikel 10
Gedankens-, Gewissens- und Religionsfreiheit
§1 Jede Person hat das Recht auf Gedankens-, Gewissens-, und Religionsfreiheit. Dieses Recht umfasst die Freiheit seine Religion oder Weltanschauung zu wechseln, und die Freiheit seine Religion oder Weltanschaung einzeln oder gemeinsam mit anderen öffentlich oder privat durch Gottesdienst, Unterricht, Bräuche und Riten zu bekennen.
Artikel 11
Freiheit der Meinungsäußerung und Informationsfreiheit
§1 Jede Person hat das Recht auf freie Meinungsäußerung. Dieses Recht schließt die Meinungsfreiheit und die Freiheit ein, Informationen und Ideen ohne behördliche Eingriffe ohne Rücksicht auf Staatsgrenzen zu empfangen und weiterzugeben.
Heilung ist nicht alleiniges Recht institutionalisierter Wissenschaft
Definition Heilenergie: heilende Energie ist im Zusammenhang mit Reiki auch heilige Energie, die die Kraft der Heilung bewirkt. Heil werden bedeudet ganz und heilig werden.
Definition Heilung: Gesundung für Körper, Geist und Seele, aber auch heilig werden, im höchsten Sinne Erlösung, Erleuchtung, Selbstverwirklichung erlangen.
Defintion Behandlung: 1. Handhabung, Umgang, Verfahren; (ugs.): Abfertigung.
2. Behandlung, auch Behandeln: Umgang mit jmdm., etw.: eine ungerechte, unwürdige, gute, freundliche Behandlung.
3. Bearbeitung.
4. Behandlung: →Therapie (Quelle Duden)
Das öffentliche Dilemma um Reiki enstand durch die Beriffe "Heilung" , "Heilenergie" und "Behandlung", mit denen die Reiki-Praxis verbunden ist. Durch die mangelnde Einsichtigkeit in die ab 1980 zu uns gekommene geheime Reiki-Lehre, fühlten sich vorallem einige wenige Vertreter der medizinischen Wissenschaft aufgerufen Reiki als Pseudowissenschaft lautstark zu verdammen. Wir müssen uns fragen, woher diese Vertreter der Schulmedizin den Hochmut nehmen, Heilung und Behandlung ganz für sich allein zu beanspruchen und Menschen den Zugang zu geistiger Heilung und Selbstheilung ebenso verwehren zu wollen, wie liebevolle Berührung durch das Auflegen der Hände auf ihren Körper. Hier ist einfach der Ansatzpunkt falsch, denn Reiki ist keine medizinische Wissenschaft sondern eine spirituelle Praxis, die auf sakralen Handlungen beruht. Einander zu berühren und Kraft geistiger Konzentration, Anrufung, Glaube und Ritual Heilung zu erbitten, darf nicht seitens institutionalisierter oder behördlicher Macht den einzelnen Menschen verwehrt und untersagt werden. Dies würde dem Schutz der Würde des Menschen widersprechen. Die Würde des Menschen setzt das souveräne Recht der Selbstbestimmtheit voraus. Ohne über sich selbst bestimmen zu können, ist der Mensch seiner Würde beraubt. Der Mensch darf über seinen eigenen Körper, über seine Gedanken also seinen Geist selbst bestimmen. Wählt der Mensch als Weg zur Heilung eine spirituelle Praxis (meistens und sinnvoller Weise geschieht dies begleitend zu einer medizinischen Behandlung) so muss ihm das ebenso freigestellt werden wie die Wahl einer medzinischen Behandlung freigestellt ist. Zwanghafte Untersagung geistiger Heilung und geistiger Hilfe verstößt in diesem sensiblen Bereich gegen die Würde und auch gegen die Freiheit des Menschen.
Natürlich sollten in der Reiki-Praxis die Grenzen und gesetzlichen Rahmenbedingungen sorgfältig geklärt und beachtet werden. Selbstverständlich ist es die Pflicht von Reiki-Praktizierenden darauf zu verweisen, dass ihre Tätigkeit KEINE schulmedizinische ist. "Schuster bleib bei deinen Leisten", das gilt hier wohl ebenso für Reiki-Befürworter und Reiki-Praktizierende wie auch für Reiki Gegner.
Aber der Begriff "Heilung" hat nun mal nicht nur einen profanen weltlichen Zugang durch Wissenschaft und Medizin, sondern auch einen sakralen und spirituellen. Denn letzten Endes ist es Gott der uns den Lebensatem einhaucht, nicht die Medizin! Der Glaube, dass diejenige Kraft und universelle Lebnensquelle (Gott), die in der Lage ist Leben hervorzubringen, auch in der Lage ist zu HEILEN ist die Essenz jeder Religion. Den Begriff HEILUNG dem Göttlichen abzusprechen würde bedeuten Gottes Allmacht zu untergraben, wodurch jede Religion hinfällig werden würde.
Bitte liebe Ärzte und Mediziner, Heilungsprozesse seitens der Schulmedizin zu unterstützen ist eine der großen Errungenschaften der Menschheit und dieser Wert steht außer jedem Zweifel! Jedoch jedwede Heilung beruht in der Essenz niemals auf dem Heilmittel, das angewandt wird, sondern auf der Kraft der Selbstheilung, die der Natur und somit auch der menschlichen Natur aus Gottes Hand oder aus kosmischen Gesetzmäßigkeiten (reine Definitionssache wie wir es ausdrücken) mitgegeben wurde.
Der Gips heilt den gebrochenen Knochen ebensowenig wie die Naht heilt, die die Wunde zusammenhält. Beides ist eine Hilfe für den Körper und die Zellen, damit sie sich regenerieren können und Heilung geschieht. Und auch Reiki ist letztendlich nur eine Praxis, eine Hilfestellung, für eben diesen so ursprünglichen und natürlichen Vorgang der Selbstheilung.
Beide, Schulmediziener wie auch geistige Heiler und Reiki-Praktizierende brauchen die Demut und weder der eine noch der andere kann jemals völlig gesichert eine Heilung garantieren. Wäre dies dem einen oder dem anderen möglich, es gebe keine kranken Menschen mehr. Alles was wir tun können ist zusammenzuarbeiten und einander bestmöglich, liebevoll mit Respekt und in Freiheit unterstützen - zum höchsten Wohle eines jeden Einzelnen und zum höchsten Wohle aller.
® Markenrecht: "intuitives Reiki nach Sensei Mikaomi Usui"
In den 90ziger Jahren hat es seitens einiger Reiki-Meister Bestrebungen gegeben Reiki mittels europaweitem Markenrecht in eine hirarchische Struktur zu zwingen. Es gab Pläne wonach niemand, der nicht bereit gewesen wäre der Reiki-Alliance unter Führung von Phyllis Lei Furumoto beizutreten, berechtigt gewesen wäre den Begriff "Reiki und/oder Usui" für seine Tätigkeit zu verwenden. Als freie Reiki-Meisterin sah ich mich gezwungen zum Schutze von mir selbst und zum Schutze ALLER freien Reiki-MeisterInnen selbst schnellstmöglich das Markenrecht zu beantragen und habe es auch für Österreich und einen Großteil Europas bewilligt bekommen unter der Aktenzahl 685607.
Vom 6. Nov. 1997 bis 6. Nov. 2007. war also zehn Jahre lang der rechtliche Schutz für alle freien Reiki-MeisterInnen und Lehrerinnen gegeben, damit sie den Begriff Reiki und Usui für ihre Tätigkeit verwenden können, ohne einer Organisation anzugehören.
Ich habe aber nach diesen zehn Jahren beschlossen, dass ich meinen Teil für die Freiheit von Reiki zur genüge beigetragen habe und habe 2007 keine Verlängerung des Markenrechtes in Genf bewirkt. Ich hoffe, Reiki in Händen ALLER hat sich bereits stark genug entwickelt um Freiheit und Eigenverantwortung jedes in seinem Herzen göttlichen Reiki-Praktizierenden zu gewährleisten.
Hirarchische Strukturen gehören der Zeit der Vergangenheit an, die Zukunft liegt in einer liebevollen Vernetzung in völliger eigenveratwortlicher Gleichberechtigung. Es genügt Meister seiner selbst zu sein und es ist nicht notwendig sich als Großmeister über andere aufzuspielen. Das ist zumindest meine Sichtweise. Denn Meisterin bin ich nur über mich selbst und als diese - hoffentlich - ein gutes Vorbild für andere.
Wer aber die Strukturen der Hirarchie eines Großmeistertum sucht und weiter pflegen will, soll und kann dies selbstverständlich tun - aber bitte zwingt diese Strukturen nicht anderen auf, die das nicht wollen. Dies widerspricht nämlich der Essenz von Reiki.
Informationen über die Reiki-Alliance
eine Liste vieler Reiki-MeisterInnen unterschiedlichster Reiki-Richtungen bietet www.myReiki.de
www.myReiki.de
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